Alpenüberquerung auf dem E5 von Oberstdorf nach Meran – Erfahrungsbericht 2022

Ich habe im August 2022 die klassische Alpenüberquerung auf dem E5 von Oberstdorf nach Meran gemacht und möchte euch in diesem Blogartikel m meine Erfahrungen, Tipps & Tricks und was ich anders gemacht hätte mitgeben. Zusammen mit 5 Freunden haben wir die E5 Alpenüberquerung in 6 Etappen gemeistert. Nachfolgend findest du alles was du dazu solltest und noch viel mehr.


Inhalt dieses Blogartikels:

Grundlegendes & Etappen:

  1. In wie vielen Etappen bzw. Tagen kann man den Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Meran machen?
  2. Wie einfach ist der E5 wirklich?
  3. Wann ist die beste Zeit für die Alpenüberquerung?
  4. Gibt es auch geführte Alpenüberquerungen für Anfänger?
  5. Wie fit muss ich sein für den E5?
  6. Sind Kletterpartien beim E5 von Oberstdorf nach Meran enthalten?
  7. Kann man Etappen mit dem Bus abkürzen?
  8. Kann man Etappen mit der Gondel abkürzen?

Ausrüstung:

  1. Welche Ausrüstung braucht man und was kann man weglassen?
  2. Gibt es einen Gepäcktransport auf dem E5?

Die Hütten:

  1. In welchen Hütten schlafen und gibt es alternative Hütten, falls eine ausgebucht ist?
  2. Wann müssen die Hütten für den E5 von Oberstdorf nach Meran gebucht werden?
  3. Wie sehen die Hütten aus und gibt es nur Matratzenlager oder auch Doppel- oder Mehrbettzimmer?
  4. Gibt es Strom auf den Hütten zwischen Oberstdorf und Meran?
  5. Gibt es Duschen auf den Hütten auf dem E5?
  6. Gibt es Internet auf den Hütten?
  7. Kann man auch in Hotels statt auf Hütten schlafen?
  8. Muss ich DAV-Mitglied sein, um in den Hütten übernachten zu dürfen?

Verpflegung:

  1. Wie war das Essen?
  2. Wie macht man das mit der Brotzeit auf der Alpenüberquerung? 

Kosten:

  1. Wie viel hat die Alpenüberquerung insgesamt gekostet?
  2. Was würde ich anders machen?

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Grundlegendes & Etappen

1. In wie vielen Etappen bzw. Tagen kann man den Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Meran machen?

Wir haben uns für die klassische und am einfachsten geltende Route über den Fernwanderweg E5 entschieden. Der Abschnitt von Oberstdorf nach Meran bzw. zum Vernagt Stausee gilt als die klassische Alpenüberquerung von Deutschland über Österreich nach Italien. Der gesamte E5 führt übrigens von der Atlantikküste im Norden Frankreichs, über Konstanz am Bodensee in Deutschland bis nach Verona in Italien. 

Wir haben uns für den Abschnitt des E5 von Oberstdorf nach Meran in 6 Tagen entschieden. Ungeübtere Wanderer können die 6 Etappen jedoch auch in 7 oder 8 Tage aufteilen, dann ist die Wanderung wesentlich entspannter. Wir haben uns für folgende 6 Tage und Etappen entschieden: 

Tag 1: Oberstdorf – Kemptner Hütte in Oberstdorf

Tag 2: Kemptner Hütte – Memminger Hütte in Madau

Tag 3: Memminger Hütte – Skihütte Zams in Zams

Tag 4: Skihütte Zams – Braunschweiger Hütte in Wenns

Tag 5: Braunschweiger Hütte – Martin-Busch Hütte in Vent

Tag 6: Martin-Busch-Hütte — Vernagt Stausee & Meran

Eine ausführlichere Beschreibung der Etappen findest du auf https://www.fernwanderweg-oberstdorf-meran.de/  Aus diesem Grund verzichte ich hier auf eine ausführliche Beschreibung der Route. Nichtsdestotrotz möchte ich dir aber einige Highlights der 6 Etappen zeigen:

Highlight Etappe 2: die längste Hängebrücke Europas 

Ein kleiner Umweg, der aber auf jeden Fall lohnenswert ist und nur eine halbe Stunde länger dauert, ist über die Hängeseilbrücke von Holzgau. Diese ist gut ausgeschildert und erreicht man kurz nach der Roßgumpenalm, wenn man beim Café Uta den Schildern Richtung Hängeseilbrücke folgt.

Die Hängeseilbrücke ist 200 Meter lang und hängt in ca. 100 Metern Höhe über dem Höhenbachtal. Auch wenn die Seilbrücke etwas wackelig ist, ist es ein einmaliges Erlebnis darüber zu laufen und den Ausblick über das Tal und in die Tiefe zu erleben – schwindelfrei solle man aber sein!

Highlight Etappe 3: Skihütte Zams

In Zams gibt es verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten und viele Wanderer bleiben auch im Tal. Denn von dort aus kann man die Tour auch abkürzen. Der Aufstieg (oder die Fahrt mit der Gondel) hoch zu Skihütte Zams ist jedoch sehr lohnenswert. Sie ist als einzige der von uns gewählten Hütten zwar keine DAV Hütte und mit 54 Euro pro Nacht etwas teurer, bietet jedoch einige Vorteile: Es gibt 4er und 6er Zimmer mit eigenem Bad, die wesentlich komfortabler als alle anderen Hütten sind. Zudem gibt es einen Wäscheservice: einfach bei Ankunft seine Wäsche abgeben und sie wird bis ca. 21 Uhr gewaschen und getrocknet. Und es gibt ein sehr günstiges Abendessen: für gerade mal 7 Euro gibt es eine Suppe, eine Hauptspeise, sowie Salat. Allerdings kann man sich die Gerichte nicht aussuchen, als wir dort waren gab es Frittatensuppe und Käsespätzle – wer mag das nicht?! Und last but not least, stehen ein paar Liegestühle mit herrlichem Ausblick auf das Tal bereit.

Highlight Etappe 5: Steinböcke & der kleine See hinter der Braunschweiger Hütte

Hinter der Braunschweiger Hütte befindet sich ein kleiner See. Morgens, wenn die Wasseroberfläche noch spiegelglatt ist, bietet sich hier eine einmalige Spiegelung der Berggipfel im Wasser – ach wie habe ich es bereut meine Kamera zu Hause gelassen zu haben. Zudem haben wir um den See herum auch noch Steinböcke erspäht. 

Highlight Etappe 5: Panoramahöhenweg

Etappe 5 ist zwar eine sehr lange. Der Panoramahöhenweg, mit dem dieser Tag endet ist jedoch wunderschön und gleichzeitig technisch sehr einfach. Die 3 Stunden sind voller atemberaubender Ausblicke.

Highlight Etappe 6: Ausblick auf den Vernagt Stausee

Kurz nachdem man den höchsten Punkt der 6. Etappe überquert hat, die Similaunhütte, kann man schon den türkisen Vernagt Stausee erblicken. Von da an bieten sich während des gesamten weiteren Abstiegs immer wieder herrliche Blicke auf den See.

Wie weiter oben bereits erwähnt, kann man den Abschnitt von Oberstdorf nach Meran auch in 7 oder 8 Tagen laufen, dann ist die Alpenüberquerung wesentlich entspannter und ein Tag gleicht ungefähr einer mittelschweren Bergwanderung. Die Alpenüberquerung in 6 Tagen fühlt sich dagegen wie 1,5 oder 2 Bergwanderungen pro Tag an. Folgendermaßen können die Etappen entzerrt und auf zwei Tage aufgeteilt werden: 

Man kann die Etappe 5 in 2 Tage aufteilen. Und zwar wandert man trotzdem einen beträchtlichen Teil dieser Etappe, und zwar bis Vent. Bleibt dann jedoch im Tal in Vent und macht die 1,5 Stunden Forststraße zur Martin-Busch-Hütte am nächsten Tag. Die 1,5 Stunden mögen nicht mehr lange klingen, waren jedoch für uns eine der zähesten Abschnitte, da die Strecke bis Vent schon sehr fordernd war. 

Etappe 6 kann man ebenso aufteilen und zwar wandert man von der Martin-Busch-Hütte nur bis zum höchsten Punkt dieser Etappe, der Similaunhütte, und übernachtet dort auf 3.019 Meter, was zugleich der höchste Punkt der Alpenüberquerung darstellt. Den Abstieg zum Vernagt Stausee nimmt man sich dann am nächsten Tag vor. 

Die ersten vier Tage der Alpenüberquerung lassen sich nicht aufteilen. Jedoch kann man diese durch Busfahrten abkürzen. Mehr dazu findest du unter Punkt 7.

2. Wie einfach ist der E5 wirklich?

Auch wenn der E5 von Oberstdorf nach Meran in vielen Blogbeiträgen oft als eine sehr einfache Wanderung gehandelt wird, ist diese nicht zu unterschätzen. Man sollte auf jeden Fall regelmäßig wandern gehen und in den Monaten vorher ein paar 2-, 3- oder 4-Tages-Touren gemeistert haben, um den E5 anzutreten. Wer zwar grundsätzlich fit ist, aber nicht erfahren in Bergwanderungen und Wanderungen über 800 Höhenmetern, wird sich auf den E5 schwer tuen. Er ist zwar dann auch machbar, aber wahrscheinlich eher unter Schmerzen, mit Dauermuskelkater und ohne Genuss.

Wer eher ungeübt ist und den E5 trotzdem machen möchte, sollte die Wanderung lieber auf 7 oder 8 Tage aufteilen – wie das geht ist unter Punkt 1) beschrieben.

Als Faustregel kann man sich Folgendes zu Rate ziehen: Die Alpenüberquerung in 6 Tagen fühlt sich so an, als würde man 1,5 bis 2 mittelschwere Bergwanderungen pro Tag machen – dazu muss man schon ein gutes Fitnesslevel haben. Wer die Tour jedoch auf 7 oder 8 Tage streckt, hat, vor allem an den letzten Tagen, eher eine mittelschwere Bergwanderung pro Tag vor sich. 

3. Wann ist die beste Zeit für die Alpenüberquerung?

Da der höchste Punkt der Alpenüberquerung auf über 3.000 Metern liegt, kann es gut sein, dass Ende Mai / Anfang Juni noch Schnee liegt bzw. der ersten Schnee bereits Ende August fällt. Somit ist die beste Zeit von Ende Juni bis Mitte August. Jedoch ist die Alpenüberquerung bei Glück auch schon Anfang Juni und noch im September möglich.

4. Gibt es auch geführte Alpenüberquerungen für Anfänger?

Ja es gibt diverse Tourenanbieter, die geführte Touren anbieten. Wer ein Berg-Neuling ist, nicht alleine wandern möchte, sich nicht sicher ist, ob er fit genug ist, oder sich einfach um nichts kümmern möchte, dem ist eine geführte Tour zu empfehlen.

Ansonsten ist jedoch kein Bergführer oder eine geführte Tour notwendig, da es sehr detaillierte Routenbeschreibungen online oder als Bücher* gibt, einige andere Wanderer auf der gleichen Tour unterwegs sind und alle Routen gut ausgeschildert sind.

5. Wie fit muss ich sein für den E5?

Du solltest regelmäßig wandern gehen und somit eine gewisse Grundkondition (bergauf!) mitbringen. Wir haben zur Vorbereitung ein paar 2- und 3-Tagestouren gemacht. Diese sollte man locker und ohne oder mit wenig Muskelkater meistern können, um eine angenehme Alpenüberquerung zu schaffen und die 6 Tage auch genießen zu können.

Wer sonst kein Krafttraining macht, kann auch 2-3 Monate vorher verstärkt Beine, Rücken und Rumpf trainieren. Der Rücksack auf dem Rücken ist auch nicht zu unterschätzen und kann dem ein oder anderen auf Schultern und Rücken schlagen.

6. Sind Kletterpartien beim E5 von Oberstdorf nach Meran enthalten?

Auf dem E5 zwischen Oberstdorf und Meran sind keine Klettersteige enthalten. An Tag 5 gibt es zwei Stellen, die mit Drahtseil gesichert sind, die aber ohne Klettersteigset einfach zu meistern sind.

7. Kann man Etappen mit dem Bus abkürzen?

Man kann diverse Stellen mit dem Bus abkürzen. Manche sind sogar so von der offiziellen E5-Fernwanderwegbeschreibung vorgesehen. Weitere Teilabschnitte können bei schlechten Wetter oder bei mangelnder Ausdauer zusätzlich mit dem Bus gefahren werden.

Vorgesehen sind:

  • Tag 2: von Holzgau bis zur Materialseilbahn der Memminger Hütte
    Ohne Taxi würde die Gehzeit für die Tagesetappe 9,5 Stunden betragen. Die meisten greifen hier auf den Taxi-Shuttle vom Taxiunternehmen Feuerstein, der vor dem Gasthof Bären in Holzgau startet und die E5-Wanderer bis zur Materialseilbahn an der Memminger Hütte bringt. So erspart man sich 3,5 Stunden Wanderung entlang einer Teerstraße.
  • Tag 3: Seilbahn hoch zur Skihütte Zams
    Tag 3 gilt aufgrund des sehr langen Abstiegs als eine der anspruchsvollsten Etappen. Und die knapp 1900 Höhenmeter nach unten bis Zams ziehen sich wirklich sehr. Wer in Zams im Tal schläft hat Glück. Wer jedoch auf der sehr empfehlenswerten Skihütte Zams übernachtet müsste noch einmal 3 Stunden hoch zur Skihütte laufen. Glücklicherweise gehört dieser Abschnitt nicht zum offiziellen E5 und man kann getrost die Venet Bahn bis zur Mittelstation nehmen und muss dann nur noch 15 Minuten bis zur Skihütte wandern.
  • Tag 4: Vom Pitztaler Hof in Wenns nach Mittelberg
    Statt stundenlang durch das Tal bis ans Ende zu laufen, kann man für eine Stunde den Postbus bis ans Ende des Pitztals nehmen.
  • Tag 5: Durch den Rosi-Mittermeier-Tunnel zum Tiefenbachferner
    Vom Sessellift am Rettenbachferner bringt der Bus die Wanderer in 8 Minuten auf die andere Bergseite zum Tiefenbachferner. Theoretisch könnte man die Strecke durch den Tunnel auch laufen. Jedoch ist dieser dunkel, eng und es gibt keinen Fußgängerweg. Aus Sicherheitsgründen sollte man aus diesem Grund den Bus nehmen.
  • Tag 6: Vom Vernagt Stausee nach Meran
    Vom Vernagt Stausee nach Meran sind es 30 Kilometer. Diese werden mit dem Bus zurückgelegt. Die Bushaltestelle befindet sich direkt unten am See neben der Kapelle. In der Regel trifft man dort auch schon einige andere Wanderer an. Die Fahrt nach Meran dauert dauert mit Umsteigen in Naturns ca. 45 Minuten. Wer diese Etappe zu Fuß zurücklegen möchte, muss nochmal 1 bis 2 Tage zusätzlich planen.

Wem an manchen Tagen die Energie fehlt, der kann die folgenden Etappen des E5 abkürzen:

  • Tag 1: Oberstdorf Bahnhof bis Spielmannsau
    Zu Beginn der Alpenüberquerung kann man vom Bahnhof in Oberstdorf bis Spielmannsau mit dem Bus fahren, so spart man sich die ersten 8 Kilometer und 1,5 Stunden Gehzeit. Man reduziert die Gesamtgehzeit des Tages von 5 auf 3,5 Stunden.
  • Tag 4: Statt über die Gipfel direkt von Zams nach Mittelberg
    Statt von der Skihütte Zams weiter hoch auf den Krahberg, von dem aus man einen beeindruckenden Rundum-Blick auf das Pitztal, Ötztal und das Kaunertal hat, und weiter zum Venet, Wannejöchl und Kreuzjoch und dann hinunter ins Tal nach Wenns, kann man direkt von Zams nach Mittelberg fahren – mit dem Zug und Bus. 
  • Tag 5: Direkt vom Sessellift nach Vent
    Wer keine Energie mehr für diese lange Etappe hat, kann den Panoramaweg auslassen und direkt von der Sesselliftstation am Rettenbachferner den Bus nach Vent nehmen. Von dort aus muss man dann aber nochmal 1,5 Stunden weiter zur Martin-Busch-Hütte wandern.

8. Kann man Etappen mit der Gondel abkürzen?

Möglichkeiten einzelne Etappen mit der Gondel abzukürzen gibt es wenige. Wer auf der Skihütte Zams übernachtet und nicht in Tal nimmt in die Vernetbahn bis zur Mittelstation, wo sich die Skihütte befindet. Weiter geht es dann am nächsten Morgen von der Mittelstation hoch zur Bergstation der Venetbahn, von wo aus man den E5 fortsetzt.

Ausrüstung

9. Welche Ausrüstung braucht man und was kann man weglassen?

Nachfolgend findest du unsere Packliste für die Alpenüberquerung. Mit dieser Ausstattung sind wir sehr gut gefahren und hatten sogar noch saubere Klamotten übrig, da wir nicht wussten, dass man auf der Skihütte Zams waschen kann.

  • 3 kurze Hosen
  • 3 T-Shirts aus Merino, z.B. von Mons Royale*
  • 1 Langarmshirt aus Merino, z.B. von Mons Royale*
  • 1 lange Hose für die Hütte & für kalte Passagen
  • 1 lange Zip-Jacke für die Hütte & für kalte Passagen
  • 1 Regenjacke mit Fleece innen
  • 1 Regenhose
  • 1 Sport-BH aus Merino & 2 weitere Sport-BHs
  • 6 Unterhosen
  • 3 paar Wandersocken 
  • 1 Hüttenschlafsack, am besten ein Seidenschlafsack*
  • 1 Schlafanzug
  • Ohropax und Schlafmaske 
  • Waschutensilien (Zahnbürste, Zahnpasta, Gesichtscreme, Sonnencreme, Seife)
  • 1 Kleines Sporthandtuch
  • 1 Waschlappen (da es auf ein paar Hütten keine Duschen gibt) 
  • Flipflops für die Hütte
  • 12 Nuss- und Proteinriegel
  • kleine Reiseapotheke (Blasenpflaster, Ibuprofen, Pflaster, Verband, Voltaren, Tape, Rettungsdecke)
  • Trinkblase (ich habe diese hier*)
  • Wasserflasche
  • Wanderstöcke
  • Powerbank zum Handy Laden
  • 40 l Rucksack (ich habe den Orthovox Traverse*)

Auf folgende Dinge kann man verzichten:

  • Kamera: denn sie ist schwer und groß. Da die neuere Smartphone-Modelle top-Bilder produzieren, kann man sich einige Kilos sparen, indem man seine Kamera zu Hause lässt
  • Karten / Kompass: die Wege sind gut ausgeschildert und der E5 ist stets gut besucht, weshalb man eigentlich immer andere Wanderer und in den Hütten nach dem Weg fragen kann.
  • Weitere Schuhe: wenn man statt klassischen Hüttenhausschuhen Flipflops einpackt, kann man damit auch getrost ein paar Schritte vor die Hütte gehen.
  • Weitere Oberteile: Dank Merino-Shirts spart man sich weitere Oberteile. Je nach Qualität der Oberteile, kann man Merino-Shirts getrost 4 – 5 Tage tragen.
  • Weitere Brotzeit: man hat auf den meisten Hütten die Möglichkeit sich ein Lunch-Paket mitzunehmen. Zudem kommt man in einigen Tälern an Supermärkten vorbei, in denen man sich mit Brotzeit für den nächsten Tag eindecken kann.

10. Gibt es einen Gepäcktransport auf dem E5?

Wenn man den E5 mit einer geführten Tour von Oberstdorf nach Meran macht, kann es sein, dass ein Gepäcktransport angeboten wird. 

Wandert man auf eigene Faust über die Alpen, gibt es an den nachfolgenden Etappen eine Materialseilbahn, mit der man an Teilen der Tagesetappe seinen Rucksack gegen eine Gebühr hochbringen lassen kann.

An folgenden Etappen gibt es eine Materialseilbahn:

  • Etappe 1 von Trettach bis hoch zur Kemptner Hütte (Kosten 5 Euro)
  • Etappe 2 vom Fuße der Memminger Hütte hoch zur Memminger Hütte (Kosten 4 Euro)
  • Etappe 4 von der Gletscherstube zur Braunschweiger Hütte (Kosten 7 Euro)
  • Etappe 5 von der Similaunhütte hinunter zum Vernagt Stausee 

Die Hütten:

11. In welchen Hütten schlafen und gibt es alternative Hütten, falls eine ausgebucht ist?

Wir haben in den nachfolgenden Hütten geschlafen:

Tag 1: Kemptner Hütte
Tag 2: Memminger Hütte in Madau
Tag 3: Skihütte Zams in Zams
Tag 4: Braunschweiger Hütte in Wenns
Tag 5: Martin-Busch Hütte in Vent
Tag 6: Hotel am Vernagt-Stausee oder in Meran (falls ihr nicht direkt mit dem Zug nach Hause fahrt)

Die Kemptner Hütte wird nicht nur von E4-Wanderern, sondern auch von 2-Tages-Wanderern genutzt. Sollte sie bereits ausgebucht sein, kann man auch weiter nach Holzgau oder Bach laufen und dort im Tal in einem Hotel schlafen. 

Da die Skihütte Zams kleiner als die DAV-Hütten ist, ist diese ebenfalls schnell ausgebucht. Alternativ kann man in einem Hotel oder Gasthaus im Tal von Zams übernachten.

Eine Alternative zur Braunschweiger Hütte ist die Gaislachalm – dort gibt es sogar eine Sauna und sie ist etwas schöner als die Braunschweiger Hütte. 

Eine Alternative zur Martin-Busch-Hütte in Vent ist die Similaunhütte. Eine Übernachtung dort, verlängert die Tagesetappe jedoch um ca. eine Stunde.

12. Wann müssen die Hütten für den E5 von Oberstdorf nach Meran gebucht werden?

Die Hütten sind schnell ausgebucht und du spätestens solltest Anfang des Jahres, am besten schon im Januar die Hütten buchen. Wenn du eines der wenigen Doppel- oder Mehrbettzimmer statt Matratzenlager ergattern willst oder auf der schönen Skihütte Zams übernachten willst empfiehlt es sich, sobald die Hütten Buchungen für das nächste Jahr annehmen, zu buchen. Dies ist in der Regel bereits am Ende der Vorjahres-Saison, also ab September, möglich. Der genaue Zeitpunkt ist von Hütte zu Hütte unterschiedlich.

13. Wie sehen die Hütten aus und gibt es nur Matratzenlager oder auch Doppel- oder Mehrbettzimmer?

Nachfolgend findest du ein paar Eindrücke der Zimmer und Matratzenlager der Hütten. Mit Abstand am schönsten ist die Skihütte Zams. Dies ist kein Wunder, denn sie ist keine klassische DAV-Hütte und kostet etwas mehr als die anderen. Einige Mehrbettzimmer der Skihütte Zams haben sogar ein eigenes Bad. Auf den weiteren Hütten gibt es ausschließlich Gemeinschaftsbäder.

Ebenfalls etwas neuer und relativ schön sind die Kemptner Hütte und Memminger Hütte. Die Braunschweiger Hütte ist dagegen etwas einfacher und die Martin-Busch-Hütte mit Abstand die Rustikalste. 

14. Gibt es Strom auf den Hütten zwischen Oberstdorf und Meran?

Auf allen Hütten gibt es Strom und fließendes Wasser. Jedoch hat nicht jedes Zimmer bzw. Matratzenlager eine eigene Steckdose. Falls du darauf Wert legst, durchgehen einen geladenen Akku zu haben, empfiehlt es sich eine leistungsstarke Power-Bank mitzubringen. Auf folgenden Hütten hatten wir eine Steckdose im Zimmer: Kemptner Hütte, Memminger Hütte, Skihütte Zams.

15. Gibt es Duschen auf den Hütten des E5?

Nicht alle Hütten verfügen über Duschen. Die erste Hütte der Alpenüberquerung, die Kemptner Hütte, ist zwar neu renoviert, verfügt jedoch über keine Duschen, sondern nur zwei Waschräume mit Waschbecken. Aus diesem Grund empfiehlt es sich einen Waschlappen mitzubringen. Zudem gibt es einen Wasserschlauch und ein kleines Aussenbecken, an dem sich Hartgesottene frisch machen können. Jedoch ist das Wasser und die Aussentemperatur selbst im August sehr kalt.

16. Gibt es Internet auf den Hütten?

W-Lan gibt es auf keinen der Hütten. Je nach Netzanbieter hat man jedoch an manchen Hütten Mobilfunkempfang.

17. Kann man auch in Hotels statt auf Hütten übernachten?

Es gibt tatsächlich die Möglichkeit in Hotels statt auf Hütten zu schlafen. Denn der E5 verläuft jeden Tag über Berg und Tal. D.h. statt auf einer Berghütte zu schlafen, kann man auch im Tal, das man in der jeweiligen Etappe durchquert, übernachten. Dies ist nicht nur komfortabler, sondern preislich sogar ähnlich, da das Essen im Tal billiger ist, als auf den Hütten.

Zudem hat die Hotel-Variante auch einen positiven Einfluss auf den Routenverlauf. Denn bei der Hüttenvariante steigt man in der Früh, wenn es noch kühl ist, den Berg hinunter ins Tal ab und steig dann am Nachmittag, wenn es unter Umständen sehr warm und sonnig ist, wieder den nächsten Berg hinauf zur nächsten Hütte. Wenn man aber im Tal in einem Hotel schläft, kann man die schweißtreibenden Aufstiege an den kühlen und schattigen Vormittagen bewältigen und die weniger anstrengenden Abstiege ins Tal zum nächsten Hotel an den wärmeren Nachmittagen. 

18. Muss ich DAV-Mitglied sein, um in den Hütten übernachten zu dürfen?

Grundsätzlich kann man auch als Nicht-DAV-Mitglied in den Hütten übernachten. Allerdings bekommt man in jeder Hütte einen Rabatt, von bis zu 10 Euro, wenn man DAV-Mitglied ist. Da die DAV-Mitgliedschaft sowieso nur 108 Euro pro Jahr kostet, sowie eine Auslands-Krankenversicherung enthält, ist eine Mitgliedschaft sehr lohnenswert und hat sich nach der Alpenüberquerung bereits ausbezahlt.

Verpflegung:

19. Wie war das Essen?

Das Essen auf den Hütten ist in der Regel leckere, deftige österreichische Kost. Man hat eine kleine Auswahl an Speisen, auch immer vegetarische Optionen, wie Käsespätzle, Rahmschwammerl oder Spaghetti mit Tomatensoße. Auf allen DAV-Hütten gibt es zudem das sogenannte Bergsteigeressen, das täglich ein ausgewähltes Gericht darstellt, zu einem vergünstigten Preis von 9 Euro. Es gibt auch immer eine vegetarische Variante des Bergsteiger-Essens. Wählt man ein Gericht aus dem Menü bezahlt man in der Regel zwischen 10 und 13 Euro. Auf den meisten Hütten hat man auch die Möglichkeit der Halbpension mit Vor-, Haupt- und Nachspeise. Diese Option ist mal lohnenswert und mal nicht. Am besten erfragt man, welche Gerichte bei der Halbpension auf dem Menü stehen und entscheidet dann nach gusto. 

Zum Frühstück gibt es meist Müsli oder Cornflakes, manchmal mit Joghurt, Brot, sowie eine Auswahl an Wurst und Käse. Meistens gibt es auch Obst. Manchmal wird das Frühstück in Form eines kleinen Buffets angeboten, manchmal zahlt man pro gewählter Speise. Mittlerweile gibt es sogar machmal Sojamilch oder laktosefreie Milch. Hafermilch hat die Hütten leider noch nicht erobert. 

20. Wie macht man das mit der Brotzeit auf der Alpenüberquerung auf dem E5? 

Es ist empfehlenswert sich Brotzeit für den ersten oder die ersten beiden Tage mitzubringen. So ist man erst mal versorgt und kann sich auf die Wanderung konzentrieren. Alle Hütten bieten einen Brotzeit-Service an. Gegen eine Gebühr, kann man sich dann entweder selber von der Frühstücksauswahl eine Brotzeit schmieren oder man erhält ein vorbereitetes Paket mit Broten, Wurst und Käse. 

Da der E5 auch jeden Tag durch ein Tal führt, kommt man auch immer wieder an einem Supermarkt vorbei, an dem man sich mit frischer Brotzeit und Obst für den nächsten Tag eindecken kann. 

Kosten:

21. Wie viel hat die Alpenüberquerung insgesamt gekostet?

Wir haben insgesamt 349 Euro für die Alpenüberquerung in 6 Tagen ausgegeben.

Kosten Hütten:

Folgende Preise kosten die Hütten der Alpenüberquerung für DAV-Mitglieder:

Kemptner Hütte: 25 Euro Mehrbettzimmer / 15 Euro Matratzenlager
Memminger Hütte: 20 Euro Mehrbettzimmer / 13 Euro Matratzenlager‘
Skihütte Zams: 54 Euro Komfort/Mehrbettzimmer / 44 Euro Matratzenlager
Braunschweiger Hütte: 17 Euro Mehrbettzimmer / 13 Euro Matratzenlager
Martin-Busch-Hütte: 12 Euro Mehrbettzimmer / 13 Euro Matratzenlager

Da wir nicht immer in Matratzenlagern geschlafen haben, haben wir insgesamt 125 Euro für die Übernachtungen ausgegeben.

Kosten Essen:

Frühstück im Schnitt 10 Euro
Abendessen inkl. Getränk im Schnitt 18 Euro 
Brotzeit pro Tag im Schnitt 8 Euro

Insgesamt haben wir somit ca. 180 Euro für Verpflegung ausgegeben.

Kosten Gondeln und Busse:

Tag 2: Taxi von Holzgau zur Materialseilbahn: 12 Euro
Tag 3: Venet Seilbahn zur Skihütte Zams: 21,50 Euro
Tag 4: Postbus von Wenns nach Mittelberg: 5 Euro
Tag 5: Bus durch den Rosi-Mittermeier-Tunnel: 1,50 Euro
Tag 6: Bus von Vernagt-Stausee nach Meran: 4 Euro

Insgesamt haben wir somit 44 Euro für öffentliche Verkehrsmittel ausgegeben.


Wie ihr seht macht das Essen, das auf Hütten doch etwas teurer ist als im Tal, den größten Anteil der Kosten aus. Aus diesem Grund kann man auch in Erwägung ziehen lieber komfortabler in einfachen Hotels im Tal zu nächtigen. Dann kostet das Zimmer zwar etwas mehr, das Essen ist dann jedoch günstiger und man sollte unterm Strich ähnliche Kosten haben.

22. Was würde ich anders machen?

Insgesamt fanden wir die Alpenüberquerung super und würden auch nicht viel anders machen. Folgende Punkte möchten ich euch aber aber noch mitgeben:

Voltaren, Wund- und Heilsalbe & Tape 

Diese waren leider nicht Teil unserer Reiseapotheke. Bei Muskelkater oder auch wenn man mal blöd auftreten oder umgeknickt ist, hätten wir uns eine Voltaren-Salbe herbeigewünscht. Wund- und Heilsalbe für kleine Verletzungen wäre ebenfalls sinnvoll gewesen. Und bei Stürzen, Umknicken oder weiteren Beschwerden wäre ein kinesiologisches Tape ebenfalls nützlich gewesen. 

Im Tal im Hotel übernachten, statt auf Berghütten

Für micht gehört zwar eine rustikale Hüttenübernachtung zu einer Mehrtageswanderung einfach dazu, allerdings verstehe ich den Wunsch nach etwas mehr Komfort auf jeden Fall auch. Auch wer noch nie in einem Matratzenlager geschlafen hat und nicht sicher ist, ob er auf engstem Raum mit Fremden einen erholsamen Schlaf finden kann, kann die Hotel-Übernachtungen in Erwägung ziehen. 

Eine oder mehrere Nächte in Meran verbringen

Manche Alpenüberquerer steigen nach Ankunft in Meran direkt in den Bus oder Zug Richtung Heimat. Wir sind noch eine Nacht am Vernagt-Stausee geblieben, haben uns am nächsten Tag noch einen gemütlichen Tag in Meran gemacht und sind dann erst nach Hause gefahren.

Die Entscheidung fiel auf eine Nacht, da man ja keine Möglichkeit hat weitere Klamotten oder Schuhe für die Tage danach mitzubringen. Hier möchte ich noch einen genialen Trick mit euch teilen: Fragt bei dem Hotel in oder um Meran, in dem ihr gerne bleiben möchtet, ob ihr vorab ein Paket per Post schicken könnt, mit frischen Klamotten und Schuhen, welches dann auf eurem Zimmer hinterlegt wird. Hotels sind in der Regel offen hierfür und so könnt ihr auch noch länger in Südtirol bleiben und euch für die anstrengenden 6 Tage so richtig belohnen.

Ich hoffe ich konnte euch mit meinem Erfahrungsbericht über die E5 Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran weiterhelfen und meine Tipps & Tricks waren hilfreich? Hast du noch weitere Fragen oder möchtest mehr zu bestimmten Details wissen? Dann schreibe deine Fragen unten in die Kommentare und ich beantworte sie dort oder nehme die Frage in den Artikel auf. So können auch alle anderen Leser von deiner Frage profitieren.

Zudem möchte ich dich nochmal ermutigen: Jeder kann den E5 mit etwas Vorbereitung schaffen und es ist wirklich ein ganz tolles und einmaliges Erlebnis die kompletten Alpen von Deutschland, durch ganz Österreich bis nach Südtirol zu Fuß überquert zu haben. Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit!

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